Kurze Chronik der Fürstenwalder SPD

Das Jubiläum des 120. Gründungstages unseres Ortsvereins Fürstenwalde lädt ein, die Tagespolitik einmal zu vergessen und zurückzublicken. Ein Rückblick auf eine bewegte und opferreiche Geschichte unserer Parteiorganisation und eine Erinnerung an Frauen und Männer, die als Persönlichkeiten der SPD, insbesondere durch kommunalpolitische Arbeit, das Bild unserer Heimatstadt Fürstenwalde wesentlich mitgeprägt haben. 120 Jahre SPD Fürstenwalde - das bedeutet 120 Jahre Kampf um Demokratie und Freiheit, um sozialen Fortschritt und humanitäre Ideale und um ganz konkrete kommunale Ziele. Zu unserem Jubiläum erscheint eine Festschrift. Mit der Unterstützung des VORWÄRTS-Verlages haben wir dem Buch "Für Fortschritt und Gerechtigkeit. Eine Chronik der SPD" das zusätzliche Kapitel "Die Geschichte der Fürstenwalder Sozialdemokratie" anfügen können. Diese einmalige Ausgabe der Chronik ist nur in Fürstenwalde über unseren Ortsverein und nicht über den Buchhandel erhältlich. Die nachfolgend dargestellten Daten zeichnen die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Fürstenwalder SPD nach und sollen natürlich neugierig machen auf das Buch.

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1848 Gründung eines "Vereins für die arbeitende Klasse" während der bürgerlich-demokratischen Revolution

1869 Gustav Lübkert, Präsident des Allgemeinen Deutschen Zimmervereins und Mitglied des ADAV spricht auf einer Versammlung in Fürstenwalde über den ADAV und die neugegründete SDAP August Bebels

1883 bis 1885 organisiert der aus Berlin während des Sozialistengesetzes ausgewiesene Genosse Erdmann Neumann sozialdemokratische Versammlungen in Fürstenwalde

1886 Hermann Weiland, Robert Felber und weitere Genossen bilden den Kern der künftigen Fürstenwalder Parteiorganisation

1887 erscheinen für den Kandidaten Ferdinand Mitan bei der Reichstagswahl erstmals sozialdemokratische Anzeigen in der „Fürstenwalder Zeitung“ bzw. werden in Fürstenwalde Flugblätter verteilt

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1890 gewinnt der Sozialdemokrat Theodor Metzner in Fürstenwalde bei der Reichstagsstichwahl 66 % der Stimmen

1890 wird das erste Mal der 1. Mai von der Fürstenwalder Arbeiterschaft gefeiert, Organisatoren wie Hermann Weiland werden deshalb vom Arbeitgeber entlassen

1891 Gründung eines sozialdemokratischen Arbeiterbildungsvereins hauptsächlich zur Organisation der Maifeier

1893 Gründung des sozialdemokratischen Wahlvereins Fürstenwalde, dessen Vorsitzender mit kurzen Unterbrechungen bis 1919 Robert Felber wird

1894 Gründung des Konsum- und Sparvereins durch Sozialdemokraten

1898 Gründung des Arbeiter-Turn-Vereins "Friesen"

1899 August Bebel spricht in Fürstenwalde

1901 Gründung des sozialdemokratischen Wahlvereins Ketschendorf (heute Fürstenwalde Süd) durch August Siedow

1903 Dr. Heinrich Braun gewinnt als Sozialdemokrat den Frankfurt-Lebuser Reichstagswahlkreis, zu dem Fürstenwalde gehört, seine Frau, die Frauenrechtlerin Lily Braun, unterstützt ihn stark

1906 Gründung einer Gruppe der sozialdemokratischen Arbeiterjugend

1907 mit Albert Schön, Paul Wassermann und Hermann Weiland werden unter den Bedingungen des Dreiklassenwahlrechts erstmalig Sozialdemokraten in die Stadtverordnetenversammlung gewählt

1910 Genosse Emil Faber gewinnt die Nachwahl im Reichstagswahlkreis

1910 Gründung der sozialdemokratischen Frauengruppe Fürstenwalde

1911 hat die SPD in der III. Abteilung der Wähler (etwa 80 % der Wahlberechtigten) alle zwölf Stadtverordnetensitze von insgesamt 36 erobert

1917 spaltet sich während des 1. Weltkrieges auch in Fürstenwalde die Partei in Mehrheits-SPD und USPD

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1918 Novemberrevolution in Fürstenwalde und Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates unter Führung von Carl Schröter (USPD) und Oskar Wegener (SPD), der den Rücktritt des kaisertreuen Oberbürgermeisters Zeidler erzwingt

1919 verbünden sich die Fürstenwalder Wahlvereine von SPD und USPD nach der KPD-Gründung für die Kommunalwahl und erreichen die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung, Paul Wassermann (SPD) wird zum Vorsteher gewählt und Martha Ulfert ist die erste weibliche Stadtverordnete der SPD

1919 Wahl des Sozialdemokraten Dr. Walter Dudek zum Ersten Bürgermeister

1922 wird nach dem Rücktritt Dr. Dudeks der Sozialdemokrat Carl Stoll zum Ersten Bürgermeister gewählt

1924 Gründung einer Gruppe des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold unter maßgeblichen Führung des Genossen Paul Schmidtchen

1928 weiht der Ortsverein der SPD unter Vorsitz von Paul Wassermann feierlich seine neue Fahne, die von den Nazis 1933 öffentlich verbrannt wird

1932 verkünden SPD und KPD auf einer Kundgebung nach einem Nazi-Überfall auf das Arbeiterlokal "Küstriner Wappen", gemeinsam gegen den Faschismus kämpfen zu wollen, Gustav Schmidt ist von 1931 bis 1933 letzter SPD-Ortsvorsitzender

1933 wird die SPD verboten, Fürstenwalder Magistratsmitglieder und Funktionäre werden in "Schutzhaft" genommen, Carl Stoll wird als Bürgermeister in Unehren entlassen, Misshandlungen und Terror sind an der Tagesordnung

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1945 gründet sich die SPD im kriegszerstörten Fürstenwalde unter Vorsitz von Rudolf Schmidt wieder

1946 vereinigt sich die SPD mit der KPD, doch die Hoffnungen vieler Sozialdemokraten auf Gleichberechtigung und innerparteiliche Demokratie wird enttäuscht, denn mit der "Stalinisierung" und in "Parteisäuberungen" der SED bestätigen sich die Befürchtungen der Gegner der Vereinigung

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1989 Gründung des SDP-Ortsvereins Fürstenwalde durch Jürgen Luban, Klaus Hemmerling u.a., nachdem es bei den friedlichen Demonstrationen in der Wendezeit zu ersten konspirativen Kontaktaufnahmen kam

1990 Walter Momper, Regierender Bürgermeister Westberlins, spricht in Fürstenwalde auf einer SPD-Großkundgebung zur Volkskammerwahl

1990 gewinnt die SPD die erste freie Stadtverordnetenwahl mit 33 % und Günter Rentsch wird für die SPD erstmals in den Landtag Brandenburg gewählt, er verteidigt sein Mandat 1994

1993 Günter Lahayn (SPD) wird bis 2003 für zwei Wahlperioden Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung

1994 gewinnt Dr. Mathias Schubert von der SPD das Direktmandat für den Bundestag und behält es auch 1998

1999 wird Joachim Kolbe, Vorsitzender der Stadtverordnetenfraktion und des Ortsvereins, direkt in den Landtag Brandenburg gewählt

2002 erringt Jörg Vogelsänger bis 2009 das Bundestagsdirektmandat für die SPD seit

2004 vertritt Elisabeth Alter, bis 2011 auch Ortsvereinsvorsitzende, die Fürstenwalder SPD im Landtag Brandenburg

2005 übernimmt Elke Wagner den Vorsitz der Stadtverordnetenfraktion und wird

2011 bis 2014 auch Vorsitzende des Ortsvereins, ihr Nachfolger wird 2014 bis 2016 Stefan Sarrach

2014 gewinnt Elisabeth Alter erstmals auch das Direktmandat für den Landtag, bei der Wahl des Kreistages Oder-Spree, der Wahl des Europaparlamentes und der Wahl des Landtages wird die SPD in Fürstenwalde wieder wählerstärkste Partei, in der Stadtverordnetenversammlung verliert sie jedoch zwei Mandate (jetzt sechs)

2016 wird Stefan Filensky zum Vorsitzenden des Ortsvereins gewählt, nachdem der bisherige Vorsitzende Stefan Sarrach die Leitung der Stadtverordnetenfraktion übernimmt und das Amt niederlegte

2017 Wahl eines neuen Ortsvereinsvorstandes unter Vorsitz von Juliane Meyer

 

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